Rasante Finger lassen Saiten klangvoll schwingen
Gitarrenduo Odendahl & Singer spielte in der Spitalkirche
Virtuose Fingerfertigkeit und facettenreiche Technik sind das Markenzeichen des 2002 gegründeten Gitarrenduos Odendahl & Singer. Bei ihrem Konzert in der Spitalkirche „Ida y Vuelta" präsentierten die beiden Musiker ein breites Repertoire mit vorwiegend spanischen und südamerikanischen Rhythmen, aber auch Anklängen an Jazz, Rumba und bekannte Filmmusik.
Beide Musiker prägt eine umfangreiche Konzerttätigkeit, auch auf Solobasis, und der Anspruch, ein vielschichtiges Publikum zu erreichen. Das Konzertprogramm des in Baden-Baden lebenden Ulrich Singer und seines Partners Manfred Odendahl aus Straßburg schließt das von Django Reinhardt arrangierte, an hüpfendes Harlem Stride Piano erinnernde „Sweet Georgia Brown" ebenso ein wie die bekannte Malaguena von Ernesto Lecuona. Beide Musiker agieren in blinder Übereinstimmung, ein kurzes Nicken oder auch nur ein Blick zeigen die Einsätze an. Sie loten alles aus, was zwei akustischeGitarren an Ausdrucksmöglichkeiten bieten, bei nahtlosem Übergang zwischen ernster und unterhaltsamer Musik. Dabei bereiteten den Saitenkünstlern rasante Temposchwankungen ebenso wenig Probleme wie für den Zuhörer überraschende Tonartwechsel. Ihre Instrumente verschmolzen und trennten sich immer wieder, wobei Manfred Odendahl häufig die stimmungsvolle Grundlinie hielt und Ulrich Singer mit flinken Fingern und unglaublicher Rasanz die lebhafte Melodie beisteuerte. Das war ein Geben und Nehmen, Saitenspiel von brillanter Klarheit und Präzision, ohne dabei die Grundstimmung der verschiedenen Musikstile aus den Augen zu verlieren.
Trotz allem Feuer im Ausdruck blieben die harmonischen Schattierungen erhalten, etwa bei dem Rumba „Carina", 1939 in den USA von Johnny Cali komponiert. Ebenso der romantische Charakter von Stanley Myers Filmmusik „ Cavatina" im Gipsy-Stil oder Chick Coreas verträumtes „Spain", das an den Wellenschlag des Meeres bei Vollmond erinnert.
Dafür ging es mit rhythmischem Trommeln auf dem Gitarrenkörper zur Sache bei „Ritmos de Sabicas" oder Skizzen aus Südspanien von Mario Gangi wie „Andalusa", „Fandango" oder „Sevillanas". Einer der mit Bravorufen bedachten Höhepunkte des Programms war „Zardas de Monti" in einem Arrangement von Paco de Lucia, bei dem die exzellente Spieltechnik und interpretatorische Klasse des Duos zur Geltung kamen. Die Musiker bedankten sich für den Beifall der Zuhörer mit zwei Zugaben.
Cornelia Hecker-Stock, BNN vom 06.10.2009
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